Rückblick auf 8 Tage GAIA

Newsletter – 1. Juni 2022

Manchmal fehlen die Worte, um Erlebnisse wie die beim GAIA Musikfestival zu beschreiben.

Die Fotos unserer Fotografin Sára Timár vermitteln viel mehr als Worte sagen könnten.

Wenn Sie Fotos bestellen möchten, senden Sie bitte eine E-Mail an Skye Worster.

Wenn Sie uns gerne als freiwilliger Helfender unterstützen und Teil der GAIA-Familie werden möchten, schreiben Sie an Jean-Marc Gillieron.

 

Herzliche Grüsse vom GAIA-Team!


Was für eine Feier, was für ein Familienfest!

Newsletter – 16. Mai 2022

An der 13. Ausgabe des GAIA-Musikfestivals waren
22 Musiker:innen aus
13 Nationen beteiligt, die
37 Werke aus
4 Jahrhunderten spielten, komponiert von
11 Komponisten und Familiendynastien, aufgeführt in
6 Konzertsälen.

Von Bach bis Schönberg, Mozart bis Smetana, Mendelssohn bis Sukova erklangen mehr als 15 Stunden Musik für unser Publikum. Entstanden ist sie wie immer in Thun, im Rahmen öffentlich zugänglicher Proben, die von morgens bis tief in die Nacht dauerten.

Wir danken unseren grosszügigen Sponsor:innen, Unterstützer:innen, Spender:innen. Unser Dank geht auch an die regionalen und nationalen Stiftungen und Institutionen, die Gwendolyn Masins Vision eines musikalischen Treffens ermöglichen und fördern. Vielen Dank an unser Team, unser Komitee und alle Freiwilligen, die mit Einsatz, Können und Grosszügigkeit unser Festival zum Erfolg geführt haben.

GAIA ist ein Ort der Freude, des Lachens und ganz gewiss eines unerschöpflichen Quells von Talenten, was sich auch in diesem Jahr wieder in den unvergesslichen Auftritten unserer Musiker, den Erzählungen unserer Hausfotografin (Sára Erzsébet Timár) und der Liebe zum Detail zeigte – vom Text unseres Programms über die Beschreibung unserer Konzerte bis hin zu den Blumenarrangements auf unseren Bühnen.

Die Kritiken in der Presse waren positiv und hoben besonders die Emotionalität des diesjährigen Programms hervor, das Komponistinnen und Komponisten in den Vordergrund stellte, die jahrzehnte- oder sogar jahrhundertelang im Schatten standen.
«Denn all den Schmerz, das Flehen, die Wut und die süssen Erinnerungen, die der Komponist in dieses Werk gelegt hat, vermochten die Musizierenden in ihr Spiel zu legen.» – Christina Burghagen, Thuner Tagblatt.
Unseren vollständigen Pressespiegel finden Sie hier.

Wir gehen gestärkt, hoffnungsvoll und ermutigt aus unserem Festival hervor, in der festen Überzeugung, dass Musik, Kunst, Kultur und der Austausch zwischen den Nationen Stationen einer kontinuierlichen Reise hin zu globalem Frieden und zu emotionalem und intellektuellem Wohlstand und Verständnis sind.

Wir sind bereits mitten in den Vorbereitungen für das Festival im nächsten Jahr, das vom 3. bis 7. Mai 2023 stattfinden wird. Heute danken wir Ihnen für Ihre Teilnahme und Ihren Applaus. Wir freuen uns darauf, Sie im nächsten Mai wieder begrüssen zu dürfen, wenn wir die Einflüsse der Volksmusik aus Europa erforschen.

Mit aufrichtigem Dank

herzlichst
Gwendolyn, mit Andreas, unseren Teammitgliedern, dem GAIA-Komitee und unseren Freiwilligen


Neues vom Festival

Newsletter – 5. Mai 2022

Neues vom Festival

Am frühen Montagmorgen bei strahlendem Sonnenschein gehe ich nach draussen. Die Strassen des Dorfes Oberhofen sind noch menschenleer. Mein Sohn läuft mit mir an meiner Hand. «Piep, piep!», ruft er und meint damit den Gesang eines Vogels, der hoch über unseren Köpfen in einem Baum sitzt. Blumen blühen, und mein Blick fällt auf den Niesen, den Hausberg, der über dem Thunersee thront und sein Spiegelbild auf das glitzernde Wasser wirft. Vor uns den Hügel hinunter: Schloss Oberhofen. Zu unserer Rechten: die Kirche von Hilterfingen.

Alles ist so wie immer in der ersten Maiwoche in Oberhofen. Bis wir in der Hütte um die Ecke einen Geiger beim Stimmen hören. Wir sind auf dem Weg zum Klösterli, um die erste offene Probe des GAIA-Musikfestivals zu besuchen. Beim Abstieg den Hügel hinunter höre ich, wie ein Duett von Mozart geprobt wird. Die Klänge der einander umtanzenden Geige und Bratsche vermitteln den Sinn für Humor des Komponisten.

Am Fusse des Hügels übt ein Cellist Tonleitern. Noch ein paar Schritte weiter, und wir betreten das Klösterli, wo uns die lieblichen Klänge von Bachs Brandenburgischem Konzert empfangen, während sieben Musikerinnen und Musiker im Kreis um ein Cembalo stehen, vertieft in die Musik und in Konzentration.

Es ist nicht nur ein Tag wie jeder andere in Thun. GAIA ist da und erklingt bis Sonntagabend in den Städten Thun, Bern und am Thunersee.

Seien Sie dabei, wenn wir zum ersten Mal seit 2019 in «unserem» Monat Mai auf der Bühne stehen und einige der bedeutendsten und bewegendsten Werke des klassischen Repertoires aufführen, von Schönbergs «Verklärter Nacht» bis zu Mozarts Liedern, von Dvořáks Streichquintett Nummer 2 bis zu Mendelssohns Klaviersextett. Sehen Sie sich unser Programm an und besuchen Sie unsere Abendkasse hier.

Mein Herz ist voller Freude und Dankbarkeit, dass wir endlich wieder zusammen sein können. Wir hoffen sehr, Sie diese Woche in der GAIA-«Familie» begrüssen zu können!

Herzlichst
Gwendolyn


Familienkreis

Newsletter – 28. April 2022

Familienkreis
Sonntag, 8. Mai, 18 Uhr

Dieses Konzert wurde zu Ehren eines Vaters, seiner Tochter und seines Schwiegersohns konzipiert.

Josef Suk, der weniger bekannte Komponist des Programms, war ein Schüler Dvořáks, der höchsten Respekt vor ihm hatte. Von seiner engen Beziehung zu seinem Schüler zeugt unter anderem die Heirat seiner Tochter Otilie mit Suk. Auch ein Werk von Otilie wird an diesem Abend aufgeführt. Ob sie noch weitere Werke geschrieben hat, ist nicht bekannt. Während Dvořák der meistgespielte Komponist Tschechiens ist, entwickelte sich Suk erst nach und nach zum bedeutenden Komponisten. Der Durchbruch zur eigenständigen Tonsprache Suks vollzog sich erst nach dem Trauma des Verlustes seines Schwiegervaters Dvořák und seiner Frau innerhalb eines einzigen Jahres. Ihnen widmete er daraufhin eine monumentale Sinfonie, die er «Asrael» nannte. Sein Klavierquartett schwelgt in mitreissend melodischen und für die böhmische Musiktradition typischen Harmonien.

Ich freue mich, meine langjährige Klavierpartnerin Vera Kooper sowie die Geschwister Kirill Troussov und Alexandra Troussova, den Cellisten Flurin Cuonz und die Bratschistin Anna Brugger bei GAIA begrüssen zu dürfen.

Wenn Sie einen aktuellen Artikel über die Mai-Ausgabe von GAIA lesen möchten, folgen Sie bitte hier dem Link zum Thuner Tagblatt/Berner Zeitung.

Wer vorhat, unser Konzert am Freitag, 6. Mai 2022 um 19:30 Uhr in der Kirche Scherzligen zu besuchen, sei darauf hingewiesen, dass das Konzert von Radio SRF 2 Kultur live mitgeschnitten wird.

Wir sehen uns sehr bald!

Herzlichst
Gwendolyn


Dreigestirn

Newsletter – 17. April 2022

Dreigestirn
Sonntag, 8. Mai, 11 Uhr

Gibt es unter den Komponisten der klassischen Musik eine berühmtere Liebesgeschichte als die von Clara Wieck und Johannes Brahms?

Die Geschichte von Brahms, zwanzig Jahre jünger als Robert Schumann, ist eine voller Bewunderung, Erwartung, Inspiration, Verlust und Sehnsucht. Schumann sah in Brahms das herausragende Talent seiner Generation. Gemeinsam mit Schumanns Schüler Albert Dietrich schrieb Brahms die viersätzige Sonate «F-A-E» und widmete sie dem Geiger Joseph Joachim, dessen persönliches Motto «Frei aber einsam» lautete.

Schumanns Frau, Clara Wieck, war eine gefeierte und einflussreiche Pianistin, deren Karriere sich über mehr als sechzig Jahre erstreckte. Sie war eine Frau von bemerkenswerter Stärke und Integrität, die nicht nur acht Kinder grosszog, sondern auch die Hauptverdienerin im Hause Schumann war. Sie leistete Pionierarbeit für die Werke Schumanns und nahm sie auch nach seinem Tod in ihre Konzertprogramme auf. Bis heute ist nicht bekannt, ob die Liebe zwischen Brahms und Clara Wieck rein platonisch blieb.

Neben dem berühmten Trio steht ein ebenso berühmtes ungarisches Duo – Zoltán Kodály und Béla Bartók. Die beiden Männer haben viele Gemeinsamkeiten, denn beide gelten als führende Köpfe der Musikgeschichte.

Mein Vater, Ronald Masin, war ein Schüler von André Gertler am Brüsseler Konservatorium, jener Institution, an der zuvor Wieniawski und Ysaÿe unterrichtet hatten. Gertler wiederum war ein enger musikalischer Vertrauter von Bartók. Beim Konzert tritt mein Vater mit einigen seiner Schüler auf: der Geigerin Gina McGuinness und dem Bratschisten Martin Moriarty, die beide fast zwanzig Jahre bei meinen Eltern Unterricht hatten, und mir.

Bei dieser Gelegenheit laden wir Sie gerne auch zur spannenden und kostenlosen Einführung von Markus Fleck in das Konzert am Donnerstag in der Kirche Scherzligen ein. Er erzählt die Geschichte von Fanny und Felix Mendelssohn, die ebenso faszinierend wie zum Motto passend ist. Beginn ist um 18:45 Uhr in der Kirche Scherzligen, die Einführung dauert 30 Minuten.

Bis bald bei GAIA.

Herzlichst
Gwendolyn


Legenden

Newsletter – 6. April 2022

Legenden
Samstag, 7. Mai

Das mosaikartige Programm des heutigen Abends kreist um Komponisten, die zu Lebzeiten als grosse Renaissancemenschen galten: Enescu, Ysaÿe und Wieniawski. Alle drei waren gefeierte Geiger, Pädagogen und Komponisten und schrieben Bravourstücke, die für ihren Schwierigkeitsgrad berüchtigt sind.

Wieniawskis Bruder Józef war ebenso vielseitig wie Henryk und wurde als Klaviervirtuose gefeiert. Neben Liszt war er der Erste, der alle Etüden von Chopin öffentlich spielte. Anders als bei seinem Bruder Henryk ist Józefs Stern verblasst, und seine Werke werden weitaus seltener aufgeführt – zu Unrecht.

Vielleicht belastet durch den Schatten des Ruhms ihres Vaters Henryk, der sechs Wochen vor ihrer Geburt starb, verwendete Irina Regina Wieniawski bei der Veröffentlichung ihrer Werke männliche Pseudonyme. Meist nannte sie sich «Poldowski». Verglichen mit den Werken ihres Vaters und Onkels sind ihre experimenteller und forschender, moderner und mutiger.

Enescu, ein Schüler Ysaÿes, war ein Phänomen. Er wird von vielen als eines der bedeutendsten Talente des letzten Jahrhunderts angesehen. Obwohl er als Komponist sehr produktiv und nach Meinung vieler als Geiger genauso stark war wie als Pianist, hinterliess er nur vier Werke für Gesang. Eines davon sind die poetischen «Sept Chansons de Clement Marot».

Neben den Familienbanden sind die Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern der rote Faden des Abends. Wieniawski war Lehrer von Ysaÿe, der wiederum Lehrer von Enescu war. Ihre gegenseitigen Einflüsse sind aus der Sicht eines Geigers hochinteressant, aber vielleicht noch deutlicher, wenn man ihre Stücke in unmittelbarer Nähe zueinander platziert: einige der bekanntesten von Henryk und die weniger bekannten seiner Schüler. Im Falle des Werkes von Ysaÿe, das nie gedruckt wurde und nur als Autograph existiert, führen wir die Schweizer Erstaufführung auf.

Wir freuen uns, zum ersten Mal die langjährigen musikalischen Partner Rachel Harnisch und Jan-Philip Schultze sowie die Geigerin Jiska Lambrecht bei GAIA begrüssen zu dürfen.

Herzlichst
Gwendolyn


Hand in Hand

Newsletter – 28. März 2022

Hand in Hand
Freitag, 6. Mai

Familien reichen Dinge über Generationen Hand zu Hand weiter; Leopold Mozart förderte die musikalische Ausbildung seiner Kinder und opferte dafür seine eigene Karriere als Komponist. Leopold ist heute vor allem als grosser Pädagoge in Erinnerung, der eine wichtige Abhandlung über das Geigenspiel geschrieben hat.

Dazu sammelte er Klavier-Übungen in einem Notenbuch für seine Tochter, die den Spitznamen «Nannerl» trug. Er schrieb darin Musik für sie auf, die der vierjährige Wolfgang später nachkomponierte. Die Auszüge des heutigen Abends aus diesem Heft entstammen Leopolds Feder und der seines Sohnes als Huldigung für seinen Vater.

Franz Xaver, Wolfgangs Sohn, versuchte sich seinerseits an der Musik und hinterliess etwa dreissig Werke, die es wert sind ans Licht zu holen.

Der tschechische Komponist Bedřich Smetana nimmt in der Geschichte seines Landes eine herausragende Stellung ein, da sein Musikstil eng mit den Bestrebungen der kulturellen und politischen Erneuerung und Eigenständigkeit Tschechiens verbunden ist. Am bekanntesten ist sein Orchesterwerk «Má vlast» (Aus meiner Heimat), aber die grossartigste Musik seiner Werke war nicht nur für grosse Ensembles reserviert. Seine Werke für Soloinstrumente und Kammermusikensembles sind ebenso eindrucksvoll. Seine Frau Kateřina Kolářová war Pianistin – eines ihrer wenigen Werke ist im Programm des heutigen Abends enthalten. 

Smetanas junge Tochter Bedřiška, die Anzeichen musikalischer Frühreife aufwies, starb als Kind an Scharlach. Smetana war zutiefst getroffen und schrieb sein Trio als flammende Hommage für sie.

Wir freuen uns, den Cellisten Benedict Klöckner wieder bei uns begrüssen zu dürfen, dieses Jahr zusammen mit seiner Verlobten Clemence De Forceville. Ebenfalls in diesem Konzert zu hören ist der Bariton Wolf Matthias Friedrich.

Herzlichst
Gwendolyn


Fanny und Felix

Newsletter – 16. März 2022

Fanny und Felix
Donnerstag, 5. Mai

Dass Geschwister gleichberechtigt erzogen werden, war im 19. Jahrhundert eine Ausnahme. Tatsächlich genossen Fanny und ihr jüngerer Bruder Felix Mendelssohn eine umfassende Erziehung durch ihr wohlhabendes Elternhaus. Fanny wurde auch wie Felix für ihre musikalischen Talente ausdrücklich gelobt und anerkannt. Die Wertvorstellungen der damaligen Zeit aber führten dazu, dass die Familie Fannys  Wunsch, ihre Werke zu veröffentlichen, nur zögerlich unterstützte. Dass Fanny auf dem kompositorischen Spielfeld nicht mit ihrem Bruder «konkurrieren» konnte, ist zu einem stattlichen Teil das Ergebnis sozialer Vorurteile und patriarchalischer Gepflogenheiten ihrer Zeit. Die Zeiten haben sich glücklicherweise gewandelt und Gelehrte interessieren sich nicht nur für Fannys phänomenal begabten Bruder, sondern auch für sie. Dieses Konzert stellt beide Geschwister auf Augenhöhe vor.

Zum dritten Mal bei GAIA dabei sind die Brüder Martin und Patrick Moriarty sowie der Kontrabassist Lars Schaper.

Herzlichst
Gwendolyn


Stammbaum

Newsletter – 4. März 2022

Stammbaum
Mittwoch, 4. Mai

Johann Sebastian Bach war ein fleissiger Mensch. Er arbeitete zuerst daran ein guter Komponist zu sein, aber kaum minder, ein guter Vater zu sein. Von den zwanzig Kindern, die er zeugte, wurden vier Komponisten. Für zwei von ihnen gibt die erste Hälfte des Programms Raum neben dem Grossmeister. Sie waren erfolgreich nicht zuletzt es klingenden Namens Bach wegen, und ihnen und ihrer Musik war zu Lebenszeiten grösste Aufmerksamkeit gewiss.

Die Geschichten im diesjährigen Programm sind so vielfältig wie die Musik selbst. Musik zwischen Lehrern und Schülern ist nicht selten eine stärkere Verbindung als die Blutsbande. Lehrer, die ihre Schüler auf eine Art als ihre erweiterte Familie betrachten, werden von ihren Schülern als Mentoren verehrt und tragen diese Verbundenheit weiter.

Adorno sagte über Hanns Eisler, er sei «der eigentliche Vertreter der jungen Generation der Schönberg-Schüler und überdies einer der begabtesten aller jungen Komponisten» …

Der familiäre Bezug in Arnold Schönbergs «Verklärte Nacht» ist inspiriert durch das dem Werk zugrunde liegende Gedicht von Richard Dehmel. Es erzählt von einer Frau, die in nagender Ungewissheit über ihre familiäre Zukunft in den Wald geht und als Mutter und Ehefrau gestärkt wieder herauskommt.

Im Eröffnungskonzert spielen die Zwillingsbrüder Markus und Andreas Fleck, der Flötist Jacques Zoon, der Cembalist Sebastian Wienand und den CHAARTS Chamber Artists.

Willkommen zur diesjährigen GAIA, wo wir die Familie, unsere Verbundenheit miteinander und mit der Musik feiern.

Herzlichst
Gwendolyn


Tickets jetzt erhältlich

Newsletter – 16. Februar 2022

faˈmiːli̯ə

Plural: Familien
Familie: Gruppe von Personen, die miteinander durch Heirat, Blutsverwandtschaft oder Adoption verbunden sind, einen gemeinsamen Haushalt bilden und in ihrer jeweiligen sozialen Stellung miteinander interagieren, meist als Ehegatten, Eltern, Kinder und Geschwister.

Welche Gefühle der Begriff «Familie» auch immer in uns auslöst und welche Erfahrungen wir damit verknüpfen mögen – wir alle haben im Hinblick auf die Wurzel unserer Existenz eines gemeinsam: Unsere (biologische) Mutter hat uns zur Welt gebracht. Ein Festival, das den Namen einer griechischen, zuweilen als Gebärerin bezeichneten Urgöttin trägt, erschien mir geradezu prädestiniert dafür, herausragenden Komponistinnen der klassischen Musik und ihren männlichen Gegenübern eine Bühne zu geben. Und so machte ich mich auf die Suche.

Es ist kein Geheimnis, dass die Zahl der Komponistinnen in der klassischen Musik dünn gesät ist, aber im diesjährigen Programm bin ich auf einige bemerkenswerte Ausnahmen gestossen:

Fanny Mendelssohn, die Schwester von Felix, Clara Wieck, die Ehefrau von Schumann und Muse von Brahms, Smetanas Ehefrau Kateřina Kolářová und Irene Regine Wieniawska, die ihre Werke unter einem männlichen Pseudonym veröffentlichte, um sich von der schweren Last ihres berühmten Vaters zu befreien. Die Frauen im diesjährigen reichhaltigen Musikprogramm von GAIA sind allesamt selbst Komponistinnen und Musikerinnen und nicht nur Musen komponierender Männer. Ihre Geschichten strotzen nur so vor Verheissung, Genialität, harter Arbeit und dem Wunsch nach Anerkennung, Erfolg und Misserfolg, Patriotismus und Unabhängigkeit. Und im Mittelpunkt von alledem: die Liebe.

Tickets für das diesjährige Festival sind jetzt erhältlich …

Liebe Familie und Freunde, ich freue mich darauf Sie bald bei GAIA begrüssen zu dürfen!

Herzlichst
Gwendolyn