Vielen Dank

Newsletter – 8. September 2021

«Fratres» Konzert, Kirche Hilterfingen
Sicht auf Thunersee, Oberhofen; Kirche Hilterfingen
Gwendolyn Masin und Andreas Fleck

Vielen Dank

Normalerweise ist meine Rolle als Gründerin des GAIA-Festivals einfach definiert.
Wenn alles gut läuft, ist es das Verdienst aller anderen. Läuft es hingegen schlecht, ist es meine Schuld ;-)
Dieses Jahr ist eindeutig ein Jahr des «Dankes an alle anderen»!

Was war es für ein Vergnügen, eine so intensive Zeit mit Ihnen zu verbringen; mit Ihnen und euch zu spielen, für Sie zu spielen, Geschichten mit Ihnen zu teilen, Ihnen endlich wieder direkt in die Augen schauen zu können, ohne dass ein Bildschirm zwischen uns steht.

Natürlich ist Musik von Natur aus lebendig, und auch ein Online-Konzert stillt unseren Hunger nach Kultur. Aber es gibt kein Erlebnis oder Ereignis und keine emotionale Erfahrung, die einen so erfüllt wie ein Live-Konzert. Nichts kann es ersetzen.

Und das ist auch gut so.

Schon Beethoven selbst musste mehr als eine Pandemie und soziale Krise überstehen, und zu allem Überfluss waren zuletzt auch wir bei GAIA dazu gezwungen, seinen 250. Geburtstag immer wieder zu verschieben, bis wir endlich einen der grössten Geister der Welt angemessen ehren konnten.

Endlich haben wir nun seinen 251. Geburtstag gefeiert, umgeben von einigen der wunderbarsten und grosszügigsten Musiker, die ich je kennengelernt habe, und mit einem Publikum, das seine Vorbehalte angesichts der Pandemie überwand und die Freude an Beethoven mit uns teilte.

Beethovens 9. Symphonie stellt für mich in gewisser Weise ein Mysterium dar. Wenn Ausserirdische eines Tages zur Erforschung der Menschheit auf der Erde landen, sollten wir Ihnen meiner Ansicht nach dieses Werk vorspielen, um Ihnen zu demonstrieren, wozu wir in der Lage sind. Beethoven selbst, seine virtuos eingesetzte Sprache und die Emotionen, die er in seine monumentalen musikalischen Meisterwerke einflicht, werden die Zeiten überdauern. Denn er setzt die Fähigkeit des Menschen, schwere Zeiten zu überstehen und selbst grössten Widrigkeiten zu trotzen, in Musik um.

Wir hätten also keinen besseren Namenspatron haben können, um unser Festival durch 27 Monate der Planung, Neuplanung, Umstrukturierung und Hoffnung, Hoffnung, Hoffnung, endlich wieder spielen zu können, zu begleiten.

Es war jeden Augenblick wert. Wir danken Ihnen, unserem Publikum, unseren Unterstützer:innen, Spender:innen, Sponsor:innen und Mitarbeitenden, unseren Komiteemitgliedern, Helfer:innen und Techniker:innen für alles.

Wir können es kaum erwarten, Sie im Mai bei GAIA 2022 wiederzusehen. Für die Vorbereitungen haben wir so lange Zeit, wie eine Schwangerschaft normalerweise dauert. Und das ist auch das Thema des nächsten GAIA-Festivals: die Familie.


Mit unseren freudigsten Wünschen,

Gwendolyn, Andreas und alle, die GAIA für Sie möglich machen


… und so beginnt es

Newsletter – 25. August 2021

Die Musiker des Konzerts am Freitagabend, u.a. Lars Schaper, Chiara Enderle, Suyeon Kang und der neue organisatorische Leiter des Festivals, Andreas Fleck
Chiara Enderle bei der Probe mit ihrem fünf Monaten alten Baby.

… und so beginnt es

Wie eine lange herbeigesehnte Heimkehr, ein Wiedersehen oder ein Seufzer der Erleichterung – so fühlt es sich an, wenn man wieder mitten in das GAIA-Festival eintaucht. 

Am Freitag, 20. August, versammelten sich die Musiker erstmals für die Proben des umfangreichen Programms, das die Grundlage für das diesjährige GAIA-Festival bildet. Für einige von uns war es das erste Mal seit sehr, sehr langer Zeit, dass wir wieder in einem Raum waren und mit anderen gemeinsam musizierten – Anlass genug für die eine oder andere Freudenträne.

27 Monate ist es her, dass die letzten Töne von GAIA zu hören waren. Eine noch immer andauernde Pandemie, drei verschobene Festivals und viele Monate der Neuorganisation, des Fundraisings und des Umdenkens später sind wir endlich wieder in die offenen Arme von Oberhofen zurückgekehrt. Der Blick auf den Niesen, den Thunersee und die Menschen, die GAIA möglich gemacht haben – Freiwillige aus Oberhofen und weit darüber hinaus, unsere Komiteemitglieder, die Musiker und natürlich unser Publikum – geben uns Hoffnung und den Glauben an eine gemeinsame Zukunft.

Beim diesjährigen GAIA-Festival inspiriert Beethoven uns dazu, die Menschheit und die Gemeinschaft zu feiern. Nur wenige andere Komponisten vermögen es so wie er, uns durch ihre Musik zu verbinden. Die Nachfrage nach Karten ist hoch, deshalb sichern Sie sich Ihre Tickets beizeiten. Und für alle, die nachgefragt haben: Mein persönlicher Tipp ist das Programm vom Samstag – ein wahrer Sturm der Gefühle und einige der besten – wenn auch weniger bekannten – Werke, die ich kenne.

Willkommen zurück bei GAIA – wir haben Sie sehnsüchtig erwartet. Bis bald!

Herzliche Grüsse,

Gwendolyn


GÖTTERFUNKEN

Newsletter – 18. August 2021

Maximilian Randlinger

GÖTTERFUNKEN – Abschlusskonzert

Sonntag,  29. August um 18:00 | KIRCHE HILTERFINGEN

Eingerahmt von Kompositionen seines Zeitgenossen Moscheles und seinem grössten Konkurrenten Rossini erklingt die Musik Beethovens in zwei seiner bekanntesten Werke.

Den Namen «Geistertrio», verdankt eines davon Beethovens Schüler Czerny, der das Largo als geisterhaft der Unterwelt entsprungen empfand. «Freude schöner Götterfunken» aus der 9. Sinfonie wiederum stand Pate für den feurigen Titel des GAIA-Festivals.

Im Geiste des Zusammenseins und ganz im Sinne von Menschlichkeit und Gesellschaft haben wir für dieses Konzert einen eigenen GAIA-Chor aus Sänger:innen von Hobby- und Profichören des Kantons Bern zusammengestellt. Dirigiert wird das fulminante Götterfunken-Finale von Michael Schär, Chorleiter und langjähriges Mitglied des Organisationskomitees des GAIA Festivals. Mitsingen ist ausdrücklich erwünscht!

Zusätzlich zum 15-köpfigen Orchester aus GAIA Musikern begrüssen wir zum ersten Mal Flötist Maximilian Randlinger bei GAIA. Bald ist es soweit! Wir freuen uns, Sie endlich wiederzusehen, nächste Woche beim GAIA Musik Festival!

Freudigst,

Gwendolyn


Das Idol

Newsletter – 8. August 2021

Benedict Klöckner
Moritz Roelcke
Igor Ashh

Das Idol

Sonntag,  29. August um 11:00 | Schloss Oberhofen

Das Idol: Nach Beethovens Septett musste die Welt bis auf Schuberts Oktett warten, um erneut ein Stück mit einer so gehaltvollen Instrumentierung zu erleben.

Beide Werke haben die Zeit überdauert. Schubert kämpfte jahrelang für das, was er als Inbegriff der Brillanz für Streicher und Bläser ansah – und könnte Beethoven in seinem Oktett durchaus übertroffen haben. Das Oktett ist das längste Kammermusikwerk Schuberts. Das erklärt sich aus der Form des Wiener Divertimentos, das er hier unter symphonischen Vorzeichen wieder aufleben liess. Dabei folgte er dem Vorbild von Beethovens Septett.

Zurück zu GAIA kehrt der in Deutschland geborene Cellist Benedict Klöckner wohl einer der passioniertesten Musiker unsere Zeit. Darüber hinaus ist es uns eine Freude, Moritz Roelcke und Igor Ahss zum ersten Mal bei GAIA zu begrüssen.

Herzliche Grüsse,

Gwendolyn


Der Sturm

Newsletter – 30. Juli 2021

Chiara Enderle
Lars Schaper
Diana Ketler

Der Sturm

Samstag,  28. August um 20:00 | KIRCHE HILTERFINGEN

Es gibt keinen grösseren Sturm als den aufbrausender Menschen mit viel Temperament.

Der Beiname des letzten Satzes von Beethovens Streichquintett in C-Dur beschreibt nicht nur das Stück, sondern auch den Mann hinter der Komposition. Ein zeitgenössischer Rezensent brachte es auf den Punkt, als er schrieb, dass dieses Werk «seinen Ursprung nicht in einer höheren, den Bau wie einen Gottesbefehl hervorrufenden Idee hat, sondern in der allgemeinen künstlerischen Lust am Schaffen: in dem Vorsatz, Musik zu machen.» Mit seinen explosiven Pianissimo-Tremolos und dem fragmentarischen Hauptthema, das durch «Blitzlichter» des Cellos verstärkt wird, hat das Finale diesen Beinamen wahrlich verdient. Stimmungswechsel durch virtuoses Jonglieren von Tonarten, Tempi und Themen zu inszenieren, ist typisch für Beethovens eminentes Können und mit ein Grund dafür, dass seine Kompositionen viele seiner Zeitgenossen derart beeindruckt und beeinflusst haben. Spohr und Dussek sind weitere hervorragende Beispiele dafür.

Wir freuen uns besonders, die Schweizerin Chiara Enderle wieder bei GAIA zu begrüssen, liegt ihr letzter Besuch bei uns doch schon fünf Jahre zurück. Lars Schaper hingegen spielte beim einzigen GAIA-Konzert des Jahres 2020. Diana Ketler ist zum ersten Mal bei GAIA. Die 1971 in Riga geborene Pianistin ist als Gastsolistin grosser Orchester ebenso gefragt wie als Kammermusikerin und Liedbegleiterin. Seit 2001 ist sie zudem Professorin in London, seit 2018 ebenso in Genf.

Herzliche Grüsse,

Gwendolyn


Fratres

Newsletter – 13. Juli 2021

Sebastian Bohren
CHAARTS Chamber Artists

Fratres

Freitag, 27. August um 19:30 | GAIA 2021

Bruderschaft ist ein Band, das über die Familie hinausgeht und der Titel eines Konzerts, das unser GAIA-Thema 2022 vorwegnimmt: Familie.

Das Programm rückt Arvo Pärt ins Rampenlicht, einen der bekanntesten lebenden Komponisten der Welt. Darüber hinaus kommen Werke zur Aufführung, in denen die nahezu väterliche Präsenz von Giganten wie Bach und Haydn spürbar ist, sowie Stücke, die im Gedenken an Komponisten geschrieben wurden, wie etwa von Schnittke zu Ehren Mozarts oder von Pärt in memoriam Benjamin Britten.

Das Gefühl der Bruderschaft reicht sogar noch weiter, denn dieses Konzert ist eine Kooperation von GAIA mit Stretta Concerts, ins Leben gerufen von Violinist Sebastian Bohren, der zum ersten Mal bei GAIA auftritt. Ausserdem bringt der neue organisatorische Leiter von GAIA, Andreas Fleck, zu diesem Anlass seine CHAARTS Chamber Artists auf die Konzertbühne.

Wir freuen uns darauf, diese wundervollen Musiker und Sie schon bald bei GAIA zu begrüssen – um Brüder, Schwestern, Menschen und unsere Verbundenheit mit der Musik zu feiern.

Herzliche Grüsse,

Gwendolyn


Eroica

Newsletter – 29. Juni 2021

Tomoko Akasaka
Razvan Popovici
Suyeon Kang

Eroica

Donnerstag, 26. August um 19:30 | GAIA 2021

Der Titelheld dieses Konzerts ist natürlich kein Geringerer als Beethoven. Der Meister widmete seine dritte Sinfonie zunächst Napoleon Bonaparte, strich jedoch dessen Namen später heraus, als er erfuhr, dass Napoleon sich selbst zum Kaiser ernannt hatte.

Die Sinfonie ist jedoch höchst majestätisch und wird von vielen als die erste romantische Sinfonie angesehen, da sie die Grenzen der sinfonischen Form aus der Klassik sprengte.

Während Beethovens Verehrung von Bonaparte von eher kurzer Dauer war, überdauerte die Bewunderung für Ferdinand Ries, der Beethovens Eroica arrangierte, sowie für die Komponisten Moscheles und Hummel die Zeit. Die drei zu ihren Lebzeiten gefeierten Komponisten waren alle von Beethoven stark inspiriert.

Wir begrüssen die charismatische Bratschistin Tomoko Akasaka wieder auf der Bühne, die bereits beim einzigen Konzert, das GAIA im Jahr 2020 geben durfte, spielte. Ausserdem freuen wir uns auf einen weiteren renommierten Bratschisten, Razvan Popovici, und auf die Violinistin Suyeon Kang, die beide zum ersten Mal bei GAIA auftreten werden.

Ich kann es kaum erwarten, sie gemeinsam mit Ihnen in einigen Wochen zu hören.



Bis bald bei GAIA!

Herzliche Grüsse,

Gwendolyn


In Beethovens Universum

Newsletter – 15. Juni 2021

Wouter Vossen
Hervé Joulain
José Gallardo

In Beethovens Universum

Mittwoch, 25. August um 19:30 | GAIA 2021

… und endlich spielen wir wieder! Eineinhalb Jahre später als erwartet und ein halbes Jahr nach dem Jubiläum unseres Composer-in-Residence: Beethoven. In der 13-jährigen Geschichte von GAIA haben wir erst zwei anderen Komponisten gehuldigt: Schumann (2010) und Mahler (2011). Beiden widmeten wir ein Konzert. Aber nie zuvor haben wir für jemanden den Teppich so feierlich ausgerollt wie für den Grossmeister der Wiener Klassik. Unsere Reise durch Beethovens Universum führt uns nicht nur entlang der Pfade seiner eigenen Musik, sondern auch zu jenen, die er inspirierte. Gleich bei unserem Eröffnungskonzert stehen zwei seiner bekanntesten Schüler im Mittelpunkt: Carl Czerny und Ferdinand Ries. Wie jedes Jahr lade ich Musiker ein, die nicht nur herausragende Persönlichkeiten sind, sondern auch unerschrocken aussergewöhnliche Wege gegangen sind. Ich freue mich sehr darauf, drei von ihnen zum ersten Mal bei GAIA begrüssen zu dürfen: Wouter Vossen, Hervé Joulain und José Gallardo.

Bis bald beim GAIA!

Herzlichst,

Gwendolyn